Mit Gefühl intelligent leben – Interview

Am 13. bis 14. März 2021 gebe ich das Online-Seminar „Mit Gefühl intelligent leben“. Die Akademie Heiligenfeld führte ein Interview mit mir über Emotionale Intelligenz, einem Schwerpunkt in dem Seminar.

 

Was versteht man unter „Emotionaler Intelligenz“?

Der Begriff der emotionalen Intelligenz (EQ) bezeichnet die Fähigkeit, eigene Gefühle und die anderer Menschen zu erfassen, korrekt einzustufen und Handlungen daraus abzuleiten. Geprägt wurde der Begriff der emotionalen Intelligenz im Jahr 1990 von den beiden amerikanischen Psychologen Peter Salovey und John D. Mayer. Größere Bekanntheit erlangte die EQ dann einige Jahre später, als Daniel Golemans Buch „EQ: Emotionale Intelligenz“ zum Bestseller wurde. Er definiert den EQ aus einer Kombination aus fünf verschiedenen Kompetenzen, die im Onlineseminar reflektiert und weiterentwickelt werden.

Welche Kompetenzen gehören laut Goleman zur emotionalen Intelligenz?

Es handelt sich um Selbstwahrnehmung, Selbstregulierung, Empathie, Motivation und soziale Kompetenz.

Weshalb ist die emotionale Intelligenz so wichtig?

Im Grunde beschreibt die emotionale Intelligenz die Klugheit der Gefühle. Unsere Gefühle besser zu kennen, ist Gesunderhaltung für Körper, Geist und Seele. Wissenschaftliche Forschungen haben gezeigt, dass Gefühle, mit denen wir nicht umgehen können, sich sowohl auf das geistige Wohlempfinden (Risiko von Angstzuständen, Depressionen…) als auch auf die körperliche Gesundheit (Risiko Herzinfakt…) negativ auswirken können.

Eine Studie in der USA ergab, dass Personalmanager emotionale Intelligenz für eine extrem wichtige berufliche Kompetenz halten und emotional intelligente Menschen erfolgreicher sind. In welchen beruflichen Situationen ist sie besonders wichtig?

Wenn Sie im Beruf viele Aufgaben und to does gleichzeitig jonglieren müssen, kann es stressig werden. Also bei hohem Workload und Multitasking oder auch bei der Zusammenarbeit mit anderen Menschen in Teams, mit anderen Abteilungen und Projekten ist emotionale Intelligenz von Vorteil. Sie nehmen die Wünsche und Bedürfnisse des anderen wahr, empfinden Verständnis für die Sichtweise und Emotionen, filtern das Wesentliche heraus und können logische Handlungsschritte ableiten.

Wie kann man seine emotionale Intelligenz verbessern?

Jeder Mensch hat bestimmte Gaben und Fähigkeiten, die ihm in die Wiege gelegt sind. So sind manche einfühlsamer und sensibler, andere weniger. Die Fähigkeit der emotionalen Intelligenz kann jedoch jeder stets verbessern. Im Onlineseminar „Mit Gefühl intelligent leben“ wird es dazu viele Übungen geben. Die Übungen kann ich jetzt nicht alle aufzeigen, aber die Themenfelder, zu denen es Übungen geben wird. Je besser Sie Ihre eigenen Bedürfnisse kennen, umso leichter fällt es, Ihre Gefühle einzuordnen, wenn sie nicht vom anderen geachtet werden und darauf angemessen zu reagieren. Je toleranter Sie anderen Menschen gegenüber sind, desto einfacher wird es sein, Empathie zu empfinden. Gestehen Sie anderen Menschen ihre Persönlichkeit zu. Vieles ist anders, ist aber nicht besser oder schlechter. Seien Sie neugierig auf andere Ansichten und Auffassungen, Sie können durch einen Perspektivenwechsel von anderen Menschen lernen.

Kommunikation ist vielschichtig und für ein Miteinander unabdingbar. Kommunikation kann man trainieren. Dennoch kommt es manchmal zu Missverständnissen, Konflikten und Verletzungen. Konflikte frühzeitig zu erkennen und zu beheben oder auch alte seelische Verletzungen zu heilen, darum wird es im Onlineseminar auch gehen.

Wenn Gefühle im Spiel sind, wird oftmals die Objektivität zur Herausforderung. Deshalb hat auch emotionale Intelligenz viel mit Achtsamkeit, Wahrnehmung und Selbsterkenntnis zu tun. Dazu wird es zahlreiche Übungen geben.

Möchten Sie den Lesern noch eine Anregung, vielleicht sogar Übung mit auf dem Weg geben?

Oftmals verwechseln wir unsere grundlegenden Bedürfnisse mit einem Mittel der Bedürfnisbefriedigung. Beispiel: Verlangen nach Süßigkeiten oder der Wunsch nach neuer Kleidung. Welches Grundbedürfnis steckt hinter dem Wunsch? Brauchen wir es tatsächlich? Nehmen wir das Beispiel der Süßigkeiten. Es befriedigt nicht den Hunger, ist aber Genuss und oftmals auch eine Belohnung. Wenn Belohnung, dann stellt sich die Frage „Belohnung für was?“. Oder nehmen wir als Beispiel den Wunsch nach neuer Kleidung. Oftmals ist nicht der Grund, dass wir nichts mehr zum Anziehen haben (z.B. zu klein, zu weit, kaputt), sondern der Wunsch nach neuer Kleidung zeigt eher das Bedürfnis nach Zugehörigkeit, Anerkennung oder Schönheit.

 

Nun zur Übung:

Versuchen Sie, so viele Mittel wie möglich zu finden, um folgende Bedürfnisse zu befriedigen:

  1. Bedürfnis, meinem Leben einen Sinn zu verleihen
  2. Bedürfnis nach freundschaftlichen Beziehungen
  3. Bedürfnis nach finanzieller Unabhängigkeit

 

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